Die Gundelrebe – ein Corona-Projekt

Im März 2020 wurde der erste Lockdown in Österreich verhängt. Mein Terminkalender leerte sich, meine Aufträge, die zu diesem Zeitpunkt als selbstständige PR-Beraterin hatte, wurden sstorniert oder verschoben.
Ich begann zu backen – Semmerl, Weckerl, Brot. Mehr als wir als Familie essen konnten. So entstand die Idee, Frühstück für andere zuzubereiten und dieses abholen zu lassen oder zu liefern. Bald gingen wir online, die ersten Bestellungen trudelten ein. Wir stellten Corona-Erkrankten Boxen zum Gartenzaun, richteten Geburtstagswünsche oder Danksagungen aus, überraschten zu Weihnachten Mitarbeiter*innen.
Die Gundelrebe – der name
Die Gundelrebe – oder Gunderman – zählt als Wildkraut zur kostbaren Natur, sie eignet sich zum Würzen und schmeckt – ähnlich dem Thymian oder der Minze – markant-herb, leicht scharf und sie ist reich an Vitamin C. Gut verwurzelt in der Region, zart, unbeirrt rankend – und doch ist sie etwas in Vergessenheit geraten. Erstaunlich, denn die Gundelrebe ist in fast jedem Garten – wie in meinem – zu finden.
Auf der Suche nach einem passenden Namen für unsere Geschäftsidee haben wir die Gundelrebe für uns entdeckt.
Kostbare Natur – die Gundelrebe
Die Gundelrebe (Glechoma hederacea) stammt aus der Familie der Lippenblütler. Von den germanischen Völkern wurde sie als Heil- oder Zauberpflanze verwendet, Hildegard von Bingen empfahl sie zur äußerlichen und inneren Anwendung.
Eingetragene Marke – Gundelrebe
Die Gundelrebe ist als Marke für meine Frühstücksboxen beim Österreichischen Patentamt eingetragen!
ABSTRACT
Wie kommt man auf Gundelrebe?
Die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird, ist: Wie seid ihr auf den Namen „die Gundelrebe“ gekommen? Wer Kinder hat, wird es nachvollziehen können – sobald der Name entschieden ist, das Baby geboren ist, ist er selbstverständlich und der zuvor häufig schwierige Prozess rasch vergessen.
So war es auch bei der Gundelrebe. Wir könnten uns keinen anderen Namen mehr vorstellen, bekommen auch viele positive Rückmeldungen – aber die Suche hat gedauert, oft glaubten wir, den passenden Namen schon gefunden zu haben, ein paar Tage später sah es wieder anders aus …
Lila | Rosa | Lavendel
Unsere Anforderungen waren jedenfalls, dass er einen Bezug zu mir, Doris Bracher, haben sollte – also dachten wir über diverse weibliche Vornamen / Kombinationen nach, auch die Logofarbe meiner PR-Agentur, mit der ich vielfach verbunden werde, war ein Ansatz – Lila / Rosa / Lavendel. Das hätte uns schon gut gefallen, war allerdings nicht als Marke schützenswert.
Salvia | Safran
Dann war die Idee, es sollte etwas Blühendes in diesen Farben sein, am besten ein Gewächs, das heimisch ist, das in der Küche verwendet werden kann. Salbei – oder Salvia – kam in die engere Auswahl, das hätte uns gut gefallen; auch Safran wäre passend gewesen, wurde doch einst in Loosdorf das wertvollste Gewürz der Welt angebaut.
Die Waldstaude
Beim Ausprobieren diverser Brotsorten begutachteten wir alle Getreidesorten – die Waldstaude (Urroggen oder Johannisroggen) wird von einer Bäuerin in Schollach kultiviert. Ich verwende ihn zum Brot backen, er hat 50 Prozent mehr Ballaststoffe, ist kleiner als das normale Roggenkorn, er schmeckt etwas süßlich und intensiver. Letztlich meinten meine Freundinnen, dass der Name doch etwas herb klingt – uns so war die Waldstaude aus dem Rennen.
Wir wühlten weiter in Gewürzladen, Kochbüchern und Kräuterlexiken. Kreative Prozesse brauchen kreative Rahmenbedingungen – in meinem Garten, meiner Hängeschaukel werden solche kreativen Nachdenkprozesse am besten angeregt. Als meine Blicke über die Wiese streiften, blieben sie bei der Gundelrebe hängen.